| Erst als Spielberg ihm die Hauptrolle in dem Holocaust-Drama „Schindlers Liste“ (1993) anvertraute, bekam Neeson seine große Chance, und er nutzte sie eindruckvoll. Die facettenreiche Darstellung des Fabrikanten Oskar Schindler und seine Verwandlung vom Glücksritter zum Menschenretter überzeugte Millionen Zuschauer in aller Welt davon, dass Menschlichkeit auch unter schwierigsten politischen und persönlichen Bedingungen möglich ist. Neeson wurde mit einer Oscar-, einer Golden Globe-Nominierung und endlich mit tragenden Rollen belohnt. In den folgenden Jahren spielte er in zahlreichen Blockbustern, verkörperte aber auch anspruchsvolle Charakterrollen, die ihm mitunter sogar Gelegenheit boten, sein überschäumendes irisches Temperament auszuleben. Zu seinen erfolgreichsten Leinwandauftritten gehörten „Rob Roy“, „Nell“ (beide 1994), „Michael Collins“ (1996), „Les Miserables“ (1998), „Star Wars - Episode 1“ (1998), „K-19“ und “Gangs of New York“ (beide 2002).
Trotz Ruhm und Reichtum ist Liam Neeson der bodenständige, heimat- und familienverbundene Mensch geblieben, der einst von Ballymena auszog, um die Welt zu erobern. Er leidet bezeichnenderweise unter Höhenangst, mag Fliegenfischen und verbringt seine Zeit am liebsten mit seiner Frau Natasha Richardson und den Söhnen Michael Antonio und Daniel Jack. „Ich kann es nicht ertragen, wenn ich an einem Set sitze und meine Kinder länger als zwei Wochen nicht sehen kann. Es ist als ob man die Liebe seines Lebens vermisst - und mit meiner Frau geht es mir genauso“, sagt Neeson, der übrigens schon in den 80ern für Liebe am Arbeitsplatz zu haben war. Doch die Beziehungen zu Helen Mirren und Julia Roberts hielten nicht annähernd so lange wie die zu Natasha Richardson, die der Schauspieler 1993 bei einer gemeinsamen Broadway-Produktion kennen lernte.
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