| Mit „Rossini „ und „Knockin’ on Heaven’s Door“ gelang Jan Josef Liefers 1997 der große Durchbruch. Seitdem ist er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, außerdem als Musiker erfolgreich und obendrein noch einer der skurrilsten Tatort-Ermittler in der Geschichte der legendären TV-Serie. Wenn Professor Boerne mit Hauptkommissar Thiel (Axel Prahl) auf Mörderjagd geht, verfängt sich der kriminalistische Spürsinn gelegentlich in den Starallüren eines Gerichtsmediziners, der hemmungslos für klassische Musik und schnelle Autos schwärmt. Aber das passt schon, denn Münster ist schließlich nur in einer Hinsicht die bundesweite Hochburg des mehr oder weniger organisierten Verbrechens: Jährlich werden in der Stadt des westfälischen Friedens sage und schreibe 5.000 Fahrräder gestohlen.
Liefers fühlt sich in Münster, wo zwei Mal pro Jahr ein neuer Tatort gedreht wird, sichtlich wohl und könnte sich sogar vorstellen hier noch einmal die Hochschulbank zu drücken. „Wenn da nicht die Studiengebühren wären“, versteht sich. Doch das wird wohl kaum nötig sein, denn der mittlerweile 40jährige Sohn eines Regisseurs und einer Schauspielerin, hat seine Ausbildung schon vor langer Zeit abgeschlossen.
Weil er sich nicht zum Dienst in der Volksarmee verpflichten wollte, konnte der geborene Dresdner, der den unangepassten Manfred Krug als Held seiner Kindheit empfand, in der ehemaligen DDR kein Abitur machen. So begann er zunächst eine Tischlerlehre an der Semperoper und ging 1983 an die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Ost-Berlin. Nach Abschluss der Ausbildung war er an den Berliner Kammerspielen und im Deutschen Theater, später auch im Hamburger Thalia Theater zu sehen - in zeitgenössischen Werken, aber auch in berühmten Klassikern wie Goethes „Egmont“ und Shakespeares „Was Ihr wollt“.
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