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Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion SWO über Jan Josef Liefers


Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Jan Josef Liefers

Sein Leinwanddebüt feierte Liefers 1989 in Rainer Simons „Die Besteigung des Chimborazo“. Es folgten noch einige DEFA-Produktionen, dann wurde Liefers von Joseph Vilsmaier für eine kleine Rolle in der Erich Kästner-Verfilmung „Charlie & Louise - Das doppelte Lottchen“ (1993) engagiert. Zwei Jahre später war er bereits Hauptdarsteller. Zunächst in der Krimiserie „Die Partner“ und dann in zwei der größten Kinoerfolge der 90er Jahre. In „Knockin’ on Heaven’s Door“ spielte er an der Seite von Til Schweiger den krebskranken Rudi Wurlitzer, der seinen letzten Wunsch, noch einmal das Meer zu sehen, gegen Profi-Killer, dienstbeflissene Polizisten und erst recht gegen die eigene Todesangst durchsetzt.

Mit jungenhaftem Charme und der seltenen Fähigkeit, schwierige Charaktere überzeugend und lebensnah darzustellen, brillierte er auch in Helmut Dietls Society-Komödie „Rossini oder Die mörderische Frage wer mit wem schlief“ (1997), in der Liefers den eigenwilligen Lyriker Bodo Kriegnitz verkörperte und mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller belohnt wurde.
Trotzdem ließ sich der Schauspieler durch den Kinoruhm nicht blenden. Und das war auch gut so, denn „Sieben Monde“ und „Kai Raabe gegen die Vatikankiller“ (beide 1998) konnten ebenso wenig an den Erfolg ihrer beiden Vorgänger anknüpfen wie Rainer Matsutanis alberne Komödie „666 – Traue keinem mit dem du schläfst“ (2002), welcher der „film-dienst“ zu Recht „groben inszenatorischen Dilettantismus und ein aufdringliches Gemisch aus Peinlichleiten“ attestierte. Neben wenig ansprechenden Durchschnittsproduktion wie „Die Spur meiner Tochter“ (2000) oder „Die Frauenversteher – Männer unter sich“ (2002) war Jan Josef Liefers aber auch in ambitionierten („Todesstrafe – Ein Deutscher hinter Gittern“, 2001) und preisgekrönten Produktionen wie „Das Wunder von Lengeke“ (2003) zu sehen, das ihm einen Grimme-Preis bescherte.

Trotzdem wollte sich Liefers nie auf einen einzigen Berufsweg festlegen, sondern nach weiteren Standbeinen Ausschau halten: „Ich probiere vieles aus und nutze jede Möglichkeit, bin kein Tempelwächter, sondern in gewisser Hinsicht Handwerker und Unterhalter.“ Als solcher war er vor allem beim Fernsehen gefragt, dass ihn in den letzten Jahren mit Aufträgen überhäufte. Dabei ging es nicht nur um den Schauspieler Jan Josef Liefers, sondern immer häufiger auch um den Regisseur, Drehbuchautor und Filmkomponisten.

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