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"Rauhbein mit Tiefgang"
Zum 85. Geburtstag der Hollywood-Legende Robert Mitchum“Wenn es darum ging, auf die Schnelle eine knallige Schlagzeile zu produzieren, hatte die internationale Presse in Robert Mitchum einen idealen, weil selten kooperativen Ansprechpartner: „Die Geschichten über mich stimmen alle: Sauftouren, Schlägereien, Weiber. Und wenn Sie wollen, können Sie sich selbst noch mehr ausdenken.“ Für Mitchum war die Schauspielerei ein Job wie jeder andere. Aber er selbst war kein Schauspieler wie jeder andere, sondern eine der letzten wirklichen Hollywood-Legenden. Am 6. August wäre Robert Mitchum 85 Jahre alt geworden.
Für das breite Publikum war Mitchum der Inbegriff des immer coolen Leinwandhelden. In Dutzenden und Aberdutzenden von mehr oder minder ansehnlichen Hollywood-Produktionen kämpfte er sich an der Seite der schönsten Frauen durchs harte Filmleben. Um dabei immer wieder jene überwältigende Mischung aus arroganter Selbstüberschätzung, bodenlosem Zynismus und fatalistischer Schicksalsergebenheit vorzuführen, die das Publikum magisch in die Kinos zog. Dass er auch im Privatleben bei jeder sich bietenden Gelegenheit den unnahbaren Einzelkämpfer gab, war dem Erfolg dienlich. Denn die brodelnde Gerüchteküche, die von immer neuen Affären, Saufgelagen und sonstigen Skandalgeschichten zu berichten wusste, hielt das öffentliche Interesse über Jahrzehnte lebendig. Insofern waren Imagekorrekturen, wie sie etwa sein Kollege Charles Laughton vorzunehmen versuchte, geradezu geschäftsschädigend. Denn wer wollte schon wissen, dass „all das Macho-Gehabe“ nur Fassade war: „Robert ist ein gebildeter, liebenswürdiger und netter Mann mit perfekten Manieren. Außerdem kann er, wenn er nur will, wundervoll sprechen. Er würde den besten “Macbeth“ aller lebenden Schauspieler abgeben.“
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