| Der Gedanke, vier verschiedene Opern von vier verschiedenen Regisseuren inszenieren zu lassen, ist an sich wenig spektakulär. Doch wenn es sich dabei um die einzelnen Teile jener monumentalen Tetralogie handelt, die Richard Wagner als „Ring des Nibelungen“ zur unauflöslichen Einheit erklärte, sieht die Sache anders aus.
Folgerichtig erfuhr der „Ring“ Zeit seines Bühnenlebens nicht immer überzeugende, aber doch in sich geschlossene Deutungen, über die en bloc diskutiert und natürlich gestritten werden durfte. Die Stuttgarter Staatsoper brach Ende der 90er Jahre erstmals mit dieser Tradition. Intendant Klaus Zehelein war der Ansicht, dass die Totalität des Weltgeschehens nicht mehr aus einer einzigen Perspektive erklärt werden könne und beauftragte Joachim Schlömer, Christof Nel, das Duo Jossi Wieler & Sergio Morabito und schließlich Peter Konwitschny mit je einer Teilinterpretation des komplexen, vielschichtig ineinander verzahnten Opern-Zyklus.
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