| Wie die großen Symphonien spiegeln auch Schostakowitschs Streichquartette die gewaltigen Umwälzungen ihrer Entstehungszeit. Doch sie fungieren überdies als eine Art Tagebuch und dokumentieren so die nimmermüde Rebellion des Komponisten gegen die repressive Kulturpolitik der Stalin-Ära. Der Zynismus, mit dem Schostakowitsch hier harmlose Ländler in wutentbrannte Totentänze verwandelt, verrät deshalb mehr über seine Gemütslage als jedes biografische Bemühen.
Was der Komponist mit Blick auf das Allegro des 1946 entstandenen Quartetts Nr.3 als „stilles Nichtbewusstsein eines kommenden Umsturzes“ bezeichnete, erfährt durch das viel gerühmte St Lawrence String Quartet eine dynamische und elektrisierende Interpretation. Das Ensemble meistert aber auch das eilige 7. und das meditative 8. Quartett, beide aus dem Jahr 1960, mit Bravour.
Dimitri Schostakowitsch: Streichquartette 3, 7 & 8, EMI
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