1848 scheiterte Heinrich Heine mit der Idee eines „Faust“-Balletts an den verständnislosen „Tanzaffen“ seiner Zeit. Genau 100 Jahre später schrieb Werner Egk zu den geplanten Szenen eine elektrisierende, farbenreiche Musik, die im teilweise zerbombten Münchener Prinzregententheater ein begeistertes Publikum fand. Doch diesmal sah Bayerns Kultusminister Hundhammer die öffentliche Moral gefährdet und verbot „Abraxas“ nach fünf Aufführungen.
Lange Zeit erinnerte nur diese Anekdote an ein Meisterwerk der klassischen Moderne. In der Spielzeit 2004/05 erlebte es dann aber eine folgenreiche Neuinszenierung am Landestheater Eisenach. Dessen Orchester sorgte nämlich anschließend für die Weltersteinspielung der kompletten Ballettmusik auf CD. Unter der Leitung des Celibidache-Schülers Mark Mast ist eine spannungsgeladene, expressive Aufnahme entstanden, die historische Wiedergutmachung mit hoher künstlerischer Qualität verbindet.
Werner Egk: Abraxas, Oehms Classics
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