| Das einleitende Allegro moderato währt knapp zwanzig Minuten – ebenso wie das abschließende Finale. Und da sich zwischen beiden noch ein filigranes Adagio solenne und ein grüblerisches Moderato tummeln, bedeutet Furtwänglers 1. Violinsonate in d-moll selbst für Langstreckenhörer eine veritable Herausforderung.
Allerdings auch eine besonders aufregende, denn die 1937 uraufgeführte, mitunter tief verzweifelte Beschwörung des musikalischen Genius und ihr drei Jahre später aus der Taufe gehobener Dur-Zwilling spiegeln das kompositorische Credo des weltberühmten Dirigenten auf vielfältige Weise. „Einfach, groß, monumental“ ist nicht allein die zeitliche Ausdehnung, sondern vor allem die geistig-seelische Spannweite, die sich in einem gewaltigen spätromantischen Klangkosmos mit unverkennbarem Hang zur melancholischen Implosion entlädt. Matthias Wollong (Violine) und Birgitta Wollenweber (Klavier) sind leidenschaftliche Anwälte dieser aus der Zeit gefallenen Kammermusik.
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