| Herzog Karl der Kühne hat ein ernstes Problem: Eigentlich müsste er den Grafen Oliviero als heimtückischen Verführer der unstandesgemäßen Adelia auf der Stelle exekutieren lassen. Andererseits pocht Adelias Vater ebenso umgehend auf die wiedergutmachende Verehelichung. Schwierig, doch der kühne Karl weiß Rat: „Erst der Altar, dann die Axt!“
Dass die Liebenden am Ende vom grausigen Schicksal verschont bleiben, ist mindestens so überraschend wie die Fülle grandioser Chor- und Ensembleszenen, die Donizetti über die bizarre Geschichte seiner Textdichter Romani und Marini gegossen hat. Bei Gustav Kuhn ist das selten gespielte Belcanto-Feuerwerk aus dem Jahr 1841 in den besten Händen. Mit dem viel beschäftigten Haydn-Chor und einem pulsierenden Haydn-Orchester von Bozen und Trient umschmeichelt er herausragende Solostimmen wie den klangvollen Sopran von Michela Sburlati (Adelia) und den ungemein schlanken Tenor, mit dem David Sotgiu (Oliviero) den Widrigkeiten des Textes tapfer Paroli bietet.
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