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Der imposante sakrale Raum (Bühne: Martin Fischer) ist vielseitig verwendbar: Das Volk erfleht die Hilfe des guten Gottes, Jago den Beistand des bösen Dämons; Desdemona zündet eine Kerze an, bevor sie getötet wird, Otello entflammt sein Lichtlein, ehe er die unschuldige Gattin ermordet. Intendant Holger Schultze, von Haus aus Schauspielregisseur, zeigt Verdis Spätwerk ohne die gängigen Opernattitüden, verzichtet auf ziellose Gänge und inhaltsleere Gesten. Dem schnellen, spannungsgeladenen Zugriff entspricht die orchestrale Begleitmusik, die unter der Leitung von Hermann Bäumer immer wieder grelle und aggressive Töne anschlägt. Die Hauptpartien sind mit den leidenschaftlich agierenden Sängern und Darstellern Carlos Moreno (Otello), Natalia Atamanchuk (Desdemona) und Jaco Venter (Jago) gut- bis erstklassig besetzt.
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