|
Gefunden – Geliebt – Verlassen. Viel mehr, als uns die Titel der drei (hier „Episoden“ genannten) Akte verraten, gibt es über das Geschehen dieser 1907 uraufgeführten Oper, die bis in die 30er Jahre hin und wieder gespielt wurde, tatsächlich nicht zu sagen. Denn die herzzerreißende Liebesgeschichte, die das arme Dienstmädchen Marcella und den inkognito reisenden Prinzen Giorgio eine knappe Zeitspanne zusammenführt, dauert gerade eine Stunde und ist mit drei Liebesduetten offenbar erschöpfend erzählt. Wie Giordano diese Duette in Szene setzt, mit raffiniert ausstaffierten Nebenstimmen, packenden Chören und glitzerndem Orchestersatz schmückt, verrät freilich allerorten den Meister des Verismus. Puccini hätte hier wenig anders und kaum etwas besser machen können. In den Hauptrollen der Weltersteinspielung überzeugt die schwermütige Serena Daolio mehr als ihr klangschöner, aber bisweilen etwas gepresst klingender Partner Danilo Formaggia.
Umberto Giordano: Marcella, Dynamic
zurück zur Übersicht bitte | |