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Im moralischen Zwielicht entstanden zwei der faszinierendsten Streichquartette des 20. Jahrhunderts. Die Musikwelt verdankt Janáèeks schillernde Kammermusiken der leidenschaftlichen Parteinahme des Komponisten für die vermeintlich untreue Ehefrau in Tolstois „Kreutzersonate“ (Streichquartett Nr.1, 1923) und seiner späten Schwärmerei für die fast vierzig Jahre jüngere und obendrein verheiratete Kamila Stösslová (Streichquartett Nr.2 „Intime Briefe“, 1928). Das Emerson String Quartet zelebriert die altersgenial vertonten Gefühlsausbrüche mit all der Schärfe und Brillanz, die sie seit Jahrzehnten unwiderstehlich machen. Doch den bedrängten Zuhörern wird eine Atempause gegönnt. Zwischen Janaceks Quartetten erklingen Bohuslav Martinùs Madrigale für Violine und Viola (1947), die eine verspielte, aber sittlich belastbare Brücke von der Renaissance- zur Jazzmusik schlagen.
Streichquartette von Leoš Janáček und Bohuslav Martinù, Deutsche Grammophon
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