| Neben seiner viel gespielten Shakespeare-Adaption "Lear" (1978) gehört auch Aribert Reimanns "Melusine" (1971) zu den festen Bestandteilen des zeitgenössischen Opernrepertoires. Dass die erste Gesamtaufnahme fast vierzig Jahre auf sich warten ließ, ist erstaunlich, aber kaum problematisch. Denn die Zeit spielt für Reimanns Frühwerk, der in Yvan Golls gleichnamigem Schauspiel nicht nur das ästhetische Potenzial, sondern auch die ökologische Symbolkraft erspürte.
Das Ensemble des Staatstheaters Nürnberg ließ der feinnervigen, kammermusikalisch verdichteten Partitur im Jahr 2007 eine beispielhafte Interpretation zuteil werden. Auf dem Live-Mitschnitt begeistert neben den Nürnberger Philharmonikern unter Peter Hirsch vor allem die Sopranistin Marlene Mild (Melusine), die ihre eminent anspruchvolle Partie mitsamt den extravaganten Koloraturen nicht nur stimmtechnisch zu meistern, sondern auch inhaltlich zu deuten versteht.
Aribert Reimann: Melusine, 2 CDs, wergo
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