| Man mag es kaum glauben, aber Antonio Vivaldi hat tatsächlich noch mehr Werke hinterlassen als "Die vier Jahreszeiten". Und wie das Beispiel des "Catone in Utica" zeigt, sogar einige, die zu den schönsten Beispielen italienischer Barockmusik zählen. Da der 1. Akt bis heute verschollen ist, ging der bei dem auf Opernraritäten spezialisierten Label Dynamic erschienenen Gesamtaufnahme eine mühsame Rekonstruktionsarbeit voraus.
Das Ergebnis kann sich hören lassen, denn die Geschichte vom republikanischen Widerstand gegen den allmächtigen Caesar wird unter der engagierten Leitung von Jean-Claude Malgoire zum musikdramatischen Erlebnis. Dem exzellenten Ensemble, das sich aus weitgehend unbekannten Sängerinnen und Sängern zusammensetzt, gelingt es mühelos, ihr Publikum gnädig über manche Schwächen des immerhin von Pietro Metastasio verfassten Textbuches hinwegzutäuschen. Nachdem „Catone in Utica“ 1737 in Verona uraufgeführt wurde, schrieb der Komponist übrigens an den Marchese Bentivoglio: „Hier wird meine Oper, Gott sei Lob, in den Himmel gehoben.“ Das dürfte auch heute noch möglich sein, und zwar nicht nur in Verona.
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