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Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion SWO über John Wayne


Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Unbeirrt und unbelehrbar - John Wayne zum 100.

Kritiker provozierte er allerdings nicht nur durch seine erzkonservative Einstellung, sondern ebenso durch die einförmige Rollenwahl, die Wayne fast ausschließlich zu Sheriffs, Kommandeuren und ähnlichem Führungspersonal greifen ließ. Einem Großteil seines Publikums gefiel´s trotzdem: John Wayne sorgte für Ordnung, wenn das Leben zu unübersichtlich wurde und der kleine Mann von Kommunisten, Liberalen oder Schwarzen - den Indianern der Neuzeit - überrannt zu werden drohte. Außerdem war er aus Sicht vieler Amerikaner trotz seiner beispiellosen Popularität keine ferne Ikone, sondern "einer von uns". Jedenfalls hatte er das so gesagt: "Für mein Gefühl waren viele Westernstars vor mir zu verdammt perfekt. Ich versuchte, einen Mann zu spielen, der sich schmutzig macht, der schwitzt, aber auch gerne Mädchen küsst. Der sauber kämpft, so lange es möglich ist, aber schmutzig, wenn es nicht anders geht."

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion SWO über John Wayne

John Wayne sah sich vor allem als Mann, der den anderen immer sagt, wo es langgeht. In 142 von 153 Filmen spielte er die Hauptrolle - das gelang niemand anderem vorher oder nachher. Rekordverdächtiges umlagert den Leinwandhelden, der vor 100 Jahren unter dem bürgerlichen Namen Marion Robert Morrison in Winterset, Iowa, geboren wurde, von allen Seiten. Dabei deutete zunächst wenig darauf hin, dass der Sohn des Apothekers Clyde Leonard und seiner Frau Mary Alberta einst weltberühmt werden sollte.

Immerhin: Als John Wayne laufen lernte, versuchten es auch die Bilder, und seine Kindheit war in gewisser Weise tatsächlich eng mit der Erfolgsgeschichte des Films verbunden. Denn in dem Haus, in dem der Vater seine Apotheke führte, war auch ein Kino untergebracht, das der Junge, den alle Welt nach seinem Terrier "Duke" nannte, gegen kleine Dienstleistungen umsonst besuchen durfte. Die nahe gelegenen "Triangle-Filmstudios" fesselten überdies seine Aufmerksamkeit, und in der wirtschaftlich schwierigen Situation der 20er Jahre gab es selbst für gute Schüler - wie er einer war - oft keine andere Chance, als sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Also verdiente auch John Wayne sein Geld als Hilfsarbeiter und Komparse, wenn er nicht gerade als Aprikosenpflücker oder Eisverkäufer unterwegs war.

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