| „Smith, der zur Deutschlandpremiere am 9. Januar höchstpersönlich nach Berlin kommen will, ist hier kein draufgängerischer Captain Steven Hiller, der im Vorbeifliegen die Welt rettet („Independence Day“,1996) und schon gar nicht der monströs coole Cop Mike Lowrey, der sich mit seinen „Bad Boys“ gleich zweimal (1995/2003) über die Leinwand prügeln durfte. In dem von Gabriele Muccino inszenierten Familiendrama spielt er den Verkäufer Chris Gardner, der erfahren muss, dass man das in der amerikanischen Verfassung beschworene Recht auf ein glückliches Leben nirgendwo einklagen kann. Gardner verliert Job, Frau und Wohnung und macht sich mit seinem Sohn, der von Smith´ eigenem Zögling Jaden Christopher Syre gespielt wird, auf die Suche nach einem Ausweg. Beide landen schließlich auf der Straße, aber dann wird dem unbeugsamen Vater ein Praktikum angeboten, und das Streben nach Glück geht in die nächste Runde.
Dass die simplen Geschichten oft am besten funktionieren, hat Will Smith schon des öfteren feststellen können. Er war das zweitälteste von insgesamt vier Kindern und wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen in Philadelphia auf. Der Vater hatte sich als Ingenieur auf Kältetechnik spezialisiert, die Mutter verdiente ihr Geld als Lehrerin. Mit den schulischen Leistungen ihres einstmals berühmtesten Sohnes dürften beide zufrieden gewesen sein, denn obwohl sich das agile Showtalent früh den Spitznamen „Fresh Prince“ verdiente, folgte er dem Unterricht so vorbildlich und aufmerksam, dass ihm ein Stipendium für das Massachusetts Institute of Technology angeboten wurde. Doch Will Smith, der in vielen seiner späteren Rollen „nur Variationen“ dieser halb realen, halb gespielten Kunstfigur seiner Jugendzeit sah, hatte längst Lukrativeres zu tun. Mit Jeff Townes, den er auf einer Party kennen lernte, gründete er das Rapper-Duo „DJ Jazzy Jeff And The Fresh Prince“ und enterte 1987 mit „Girls Ain't Nothing But Trouble“ die internationalen Charts. Für „Parents Just Don't Understand“ wurde den beiden dann der erste HipHop-Grammy der Popgeschichte verliehen, und „Summertime“ bescherte ihnen gleich noch einmal die begehrte Auszeichnung. Die HipHop-Pioniere verkauften viele Millionen CDs in aller Welt und wussten einige Zeit nicht genau, wie sie mit Ruhm und Reichtum halbwegs angemessen umgehen sollten.
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