| Vor Markus Petsch (Danilo) präsentiert sich hier in angemessen debiler Partylaune. Sein voller, klangschöner Tenor gibt den Takt vor, in den Hanna Glawari (gesanglich sehr überzeugend, aber ohne die entscheidende Nuance hintergründiger Erotik: Karen Fergurson), Valencienne (agil, spritzig, mit einem Hauch Melancholie und auch stimmlich auf dem Niveau einer Idealbesetzung: Iris Marie Kotzian) und Camille (dünn in der Höhe, aber sonst wacker mithaltend: Kolja Hosemann) einstimmen müssen. Selbiges gilt für die scharf konturierte Praskowia (mit intensivem Spiel am Rande eine tragischen Figur: Eva Schneidereit) und all die anderen Zeitvertreiber und Nachtgestalten.
Neben dem geschlossen und energisch auftretenden Chor gefällt das Osnabrücker Symphonieorchester, weil der Gefahr, in Lehárs rührseligen Harmonien zu versinken, unter der Leitung von Marius Stieghorst entschieden begegnet wird. Dem von Generationen zerhörten Vilja-Lied tut eine kleine Tempoauffrischung gut, auch die Ballade von den Königskindern muss nicht überdehnt werden, doch bisweilen wird etwas zu forsch über ungeklärte Abgründe hinwegmusiziert. Dort hätte sich der agile Klangkörper ein wenig mutiger ins Pianissimo vertiefen können.
Alles in allem überzeugt die Aufführung als schlackenlose, unprätentiöse Neuinszenierung, die sich der schwierigen Vorlage ohne Fingerspitzen und falsche Bescheidenheit nähert. Nach der sehenswerten „Gräfin Mariza“ im Jahr 2005 gelingt Osnabrück damit die nächste Wiederbelebung eines Operetten-Klassikers
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