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www.donaueschingen.de Barbara Müller-Wiesinger, in Bremen geboren, lebt seit 1968 in Freiburg. Dazwischen liegen Stationen u.a. in Bielefeld, wo sie von 1956-60 die Werkkunstschule und Berlin, wo sie von 1964-66 die Meisterschule für Graphik, Druck und Werbung besuchte. Seit 1978 sind ihre Werke in zahlreichen Einzelausstellungen von Kiel über Leipzig bis Konstanz zu sehen, hinzu kommt die Beteiligung an vielen Gruppenausstellungen in Deutschland und der benachbarten Schweiz. So ist sie auch in Donaueschingen keine Unbekannte, da sie hier bereits 1989 anläßlich der Landesausstellung Baden-Württemberg vertreten war. Daneben sind Freiburger Lehraufträge an der Pädagogischen Hochschule, der Fachschule für Sozialpädagogik und dem Archäologischen Institut der Universität zu nennen.
Barbara Müller-Wiesinger experimentiert mit zum Teil ungewöhnlichen Materialkombinationen, z.B. Papier auf Folien oder Acrylglas. Aber nicht das Material steht im Zentrum ihrer Arbeit, sondern das Ausloten von Seherfahrungen, wobei „sehen“ und „fahren“ ganz wörtlich zu nehmen sind. Nicht die touristische Reise interessiert sie, sondern die durch die Bewegung des Fahrens, bevorzugt des Zugfahrens, bewirkte Veränderung visueller Raumeindrücke und deren Erinnerungsfragmente, die sich auch zu einer, keinem konkreten Seheindruck verpflichteten, neuen Vision formen können. In der bildhaften Wiedergabe finden Bewegung und lückenhafte Erinnerung durch eine eigenartige Instabilität des Bildaufbaus mit den kräftig schwarzen Schräglinien ihren Ausdruck. Die Kombination mit intensiv farbigen, teilweise amorphen Flächen betont das Fragmentarische. So wirken die Bilder primär abstrakt, erst bei genauerem Hinsehen erschließen sich Einsprengsel konkreter Darstellungen. Barbara Müller-Wiesingers bevorzugte Darstellungstechnik ist die der Collage, die das Element des „Sammelns“ schon im Namen trägt. Die Künstlerin gestaltet „sammelnd“ Erinnerungs“fetzen“ in Farbe und Form, selbst Zeichnungen werden collagiert. Diese subjektiven Erinnerungen von landschaftsbezogener Weite, urbanen Räumen und dem Wechselspiel von hell und dunkel rufen im Betrachter Assoziationen an selbst Gesehenes, Erlebtes oder Imaginiertes, hervor. Reise wird so zur erinnernden Lebensreise, auf der eindrückliche Momente in unterschiedlich deutlicher Ausprägung hervortreten.
Eine ungewöhnliche Technik schafft hierbei den Eindruck von schillernder Räumlichkeit trotz des Arbeitens auf der zweidimensionalen Fläche: Die durchsichtige, vier Millimeter starke Acrylplatte wird beidseitig bemalt und beklebt. Die durch die Platte getrennte Rückseite scheint durch und setzt die beiden gestalteten Flächen in ein räumliches Verhältnis zueinander, was durch den Abstand von der Wand, der durch die Aufhängung gegeben ist, noch verstärkt wird. Ein gleichermaßen faszinierendes wie irritierendes Phänomen.
Die Ausstellung ist vom 8. Oktober bis 19. November 2005 zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu sehen. Die Vernissage findet am 7. Oktober um 19.00 Uhr statt.
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