| Barbara Klemm. Retrospektive - Fotografien 1968 – 2008
Auf der art Karlsruhe sind die hier ansässigen Museen und Kunstinstitutionen stets mit je einem eigenen Messestand vertreten. In diesem Jahr macht der Stand der Städtischen Galerie Karlsruhe auf die nächste große Sonderausstellung aufmerksam, die am 6. Mai 2010 eröffnet wird. Sie ist der renommierten Fotografin Barbara Klemm gewidmet, die kürzlich mit dem Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet wurde.
Andy Warhol, Frankfurt a.M., 1981, s/w-Foto, © Barbara Klemm, Frankfurt/Main Als Einstimmung auf die etwa 300 Exponate umfassende Retrospektive, die das gesamte Spektrum ihrer Arbeiten seit 1968 vorstellen wird, sind am Messestand der Galerie zwölf Künstlerbildnisse zu sehen: Von Joseph Beuys bis Richard Serra, von Georg Baselitz bis Emil Schumacher, von Franz Bernhard bis Andy Warhol spannt sich der Bogen der Porträts, die wie Klemms Reportagefotografien von einem Einfühlungsvermögen, einer Intensität und Spannung zeugen, die unnachahmlich sind. Auch eine der ungewöhnlichsten Aufnahmen im Werk Barbara Klemms ist vertreten. Sie lenkt den Blick auf einen als Rückenfigur wiedergegebenen Mann in einem kargen Raum vor hohem Fenster. Diese streng komponierte Fotografie zeigt ihren Vater, den Maler Fritz Klemm, in seinem Atelier in der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Eine Auswahl seiner großformatigen, reduzierten Papier-arbeiten wird parallel zur ersten Einzelpräsentation der Fotografin in Karlsruhe im Forum des Museums ausgestellt.
Barbara Klemm erhielt ihre Ausbildung in einem Fotoatelier in Karlsruhe. Von 1959 bis 2004 arbeitete sie für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, seit 1970 als Redaktionsfotografin mit den Schwerpunkten Politik und Feuilleton. Ihre konsequent in Schwarz-Weiß realisierten Bilder sind weit mehr als für den Tag gemachte Reportagefotos. Mit sicherem Gespür für das Wesentliche und mit ausgewogenen, subtil gewählten Bildausschnitten gelingen ihr immer wieder Aufnahmen, die zu den „Ikonen der Zeitgeschichte“ zählen. Dabei gilt ihr Interesse nicht dem Sensationellen oder Effektheischenden, vielmehr zeichnen sich ihre Werke gerade durch Respekt und Diskretion aus.
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