| Vernissage: Freitag, 03. Februar 2012, 19 Uhr.
"Framing" ist der Titel der aktuellen Ausstellung der Künstlerin Irene von Neuendorff in der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt. Mitte der 80er Jahre studierte sie an der Karlsruher Kunstakademie bei den Professoren Albrecht von Hancke, Rainer Küchenmeister und Peter Dreher.
Irene von Neuendorff: "Kants Krähen", 2011 © Foto: Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt Das englische Verb »to frame«, das viele, teilweise widersprüchliche Bedeutungen hat, nämlich formulieren, sich bilden, jemanden hereinlegen, bildet die Klammer, das verbindende Element, das die unterschiedlichen Werkgruppen, die in der Ausstellung gezeigt werden, zusammenfügt und aufeinander bezieht. Es handelt sich hier um Exponate, die einen zweiten Blick erfordern. Nichts erschließt sich im Vorbeigehen.
So handelt es sich zum Beispiel bei den Porträts aus dem Werkzyklus »Das Hitler-Projekt« größtenteils um Montagen, bei denen die Körperteile verschiedener Modelle zu einem neuen Ganzen zusammengefügt werden. In diesem Zusammenhang gewinnt der von Hannah Arendt geprägte Begriff der »Banalität des Bösen« eine neue Virulenz. Jean Paul Sartre äußert sich in seinem Hauptwerk »Das Sein und das Nichts« folgendermaßen: »Was einem Menschen durch andere Menschen zustößt und durch ihn selbst zustößt, kann nur menschlich sein.« Sein Landsmann und Kollege Jules Romains äußert sich sogar noch deutlicher: Es gäbe keine unschuldigen Opfer. Das Böse wird verstanden als Teil der menschlichen Natur. Der Hitler in uns ist also etwas, das durch rituell praktizierte Betroffenheitsheuchelei gebannt werden soll. Die Künstlerin selbst äußerte sich einmal in einer Ausstellung dezidiert und lakonisch: »Wir sind nur aus Mangel an Gelegenheit gut.« In diesem Sinne ist die Werkgruppe »Täteropfer – Opfertäter« zu verstehen. weiter bitte
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