| Mehr Publikum – Wie Kulturveranstalter Behinderten ganz einfach helfen können
Seit einem Jahr setzt sich die gebürtige Mainzerin mit aller Kraft für ihr Projekt „Kultur ohne Barrieren“ ein. Ein tragischer Unfall im Alter von elf Jahren setzt ihrer eigenen Mobilität Grenzen, sie seit her schwerbehindert. Aus eigener Erfahrung weiß die ruhige, aber tatkräftige Frau, wie schwer es ist, am öffentlichen Leben teilzunehmen, wenn man eine Behinderung hat. „ Dabei ist es heute schon viel besser als damals“, freut sich die 45 jährige. Angestellt bei der PARITÄTISCHEN hat sie ein Projekt ins Leben gerufen, dessen Idee zwar nicht originär von ihr ist, aber ihr ganzes Engagement fordert. „ Manche Ideen ergeben sich einfach von selbst“, erzählt die muntere Frau.
Als sich 2004, im Jahr des behinderten Menschen, ein Aktionsbündnis in Heidelberg formierte, das endlich einmal alle Behinderte zusammenfasste. ergab sich dann auch das Projekt. „Die Bedürfnisse sind natürlich durch die unterschiedlichen Behinderungsformen sehr verschieden,“ erklärt Claudia Weitzel die positiven Erfahrungen aus der Zusammenarbeit, die sie jetzt nutzen kann. Denn sie will vorallem „die Teilhabe behinderter Menschen am kulturellen Leben fördern und erleichtern“.
Um das zu gewährleisten wendet sie sich mit ihren Mitarbeitern besonders an die Veranstalter im Rhein-Neckar-Kreis. Dabei haben sie sich unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten ausgedacht. „Vieles ist gar nicht so schwer zu realisieren“, meint die Organisatorin. Denn „wir geben die Erfahrung und know-how mit auf den Weg“. Besonders liegt ihr dabei die Idee, Equipment zu verleihen am Herzen. Mit der Unterstützung von Studenten der SRH in Heidelberg soll ein mobiles Equipment entwickelt werden, dass die Veranstalter von Kulturveranstaltungen ausleihen können, um Menschen mit Körper-und/oder Sinnesbehinderungen den Besuch von Kulturveranstaltungen ohne zusätzliche Mühen und Anstrengungen zu ermöglichen. So könnten dann die Organisatoren ohne hohe Personal-und Kostenaufwand ihre Veranstaltungen „barrierefrei“ gestalten, und damit natürlich ein viel breiteres Publikum erreichen. Weiter denken die kreativen Lösungsfinder auch, neben rolligerechten Stadtführungen, über eine portable, ausleihbare Funkübertragungsanlage für Hörbehinderte nach, oder sie animieren die Heidelberger Gastronomen, ihre Lokale sehbehindertenfreundlich zu machen. Mit kleinen, kostengünstigen Veränderungen. Und schließlich streben Claudia Weitzel und die vielen anderen, die an den Projekten beteiligt sind, vorallem das Miteinander an, die Verständigung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung durch Kunst und Kultur als Mittel. „Wir möchten mit Veranstaltungen wie den Auftritt von Oropax kürzlich im Karlstorbahnhof das Thema einer breiteren Öffentlichkeit nahe bringen,“ kommentiert die umtriebige Rollifahrerin, „ohne moralischen Zeigefinger, ohne schlechtes Gewissen, sondern subtil, wohldosiert mit viel Spaß und Kreativität.“
Info unter: Claudia Weitzel, 06221-166579, E-Mail: stadtfuehrer@paritaet-hd.de
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