| Eine Premiere feierte der Schwetzinger Kunstverein am vergangenen Samstag. Der Verein, 1972 gegründet mit ca. 200 Mitglieder, hatte sich 2005 für Dr. Dietmar Schuth als neuen künstlerischen Leiter entschieden, und dieser brachte sogleich frischen Wind in die kulturelle Szene der Stadt. Wie bisher wird mit bis zu sechs Ausstellungen pro Jahre in wechselnden Räumen der Stadt zeitgenössische Kunst gefördert zu den Räumlichkeiten des barocken Palais Hirsch kommen in diesem Jahr erstmalig das Schwetzinger Schloss und die Orangerie hinzu; auch wird er auch als Gast von Xylon präsent sein. Schuth kommt aus Heidelberg, wo er nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Heidelberg und Wien, und der Mitarbeit an der documenta 8, über die er 1989 eine Abschlußarbeit schrieb, schließlich 1995 promovierte. Er war langjähriger Mitarbeiter des Heidelberger Kunstvereins, dann seit 2001 Künstlerischer Leiter des Kunstvereins Worms und nun auch hier.
Mit dem 1965 in Worms geborenen, heute meist bei Berlin lebenden Maler Julius Grünewald beginnt der Kunstverein sein Jahresprogramm, das sich von rein abstrakten Kunstformen lösen will. Mit diesem Künstler präsentiert sich eine figurative und realistische Malerei, die jüngst wieder für Aufsehen sorgt. Grünewald malt Interieurs, die er in einer an Max Liebermann erinnernden Manier in ein träumerisches Licht setzt. Erst auf den zweiten Blick erkennt man einen verschwimmenden Duktus und eine morbide Aura, die die Idylle zu brechen weiß. Julius Grünewald, 1965 in Worms geboren, absolvierte 1987-94 Studium der Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe bei Kirkeby, Antes, Huber, Kaminsky, Balkenhol und Bächli, hier war er Meisterschüler. Danach hatte er ab 1989Ateliers 1989 in Budapest, 1992-94 in Köln, 1994-96 in Chemnitz, 1996-98 in Westhofen bei Worms, seit 1998 lebt er in Lehnitz bei Berlin.
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