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Eine Frau steht ihren Koch - Südtirols einzige Sterneköchin im PorträtPersonal und Köche wurden eingestellt, das Gasthaus lief gut an, aber nicht auf dem Niveau, wie es sich die Wirtsleute eigentlich gewünscht hatte. „Eine Schnitzel- und Spaghetti-Bude, das konnte es doch nicht sein“, so ihr schnell gewonnenes Fazit. Anna traute sich in die Küche, und damit begann die Erfolgsstory, in der sie lernen mußte, sich nicht nur als Frau, sondern auch als Quereinsteigerin durchzusetzen. Man habe sie anfangs belächelt, lächelt sie ihrerseits heute, und weiß auch noch um anfängliche Weinkrämpfe bei ungerechter Kritik, dazu noch in der zypischen Männerbastion. „Viele Jahre hat man mich als Köchin in Südtirol sicherlich nicht ernst genommen. Ich denke aber, das lag weniger daran, dass ich eine Frau bin, sondern viel mehr, dass ich Autodidaktin bin. Ich habe mich ja einfach in die Küche gestellt und gekocht. Und dafür auch noch einen Stern bekommen. Eine Auszeichnung, auf die andere ein ganzes Leben lang hinkochen".
© Foto: Günter Dürr Nach zehnjährigem Bestehen kam der erste Michelin, doch ihm folgte nicht nur Freude. Der Druck von Seiten der Medien und der Gäste stieg ins unermessliche, plötzlich war der Stern wieder weg, ohne, dass sich die Qualität der Speisen geändert hatte. Ein Va-Banque-spiel mit den Geschmäckern der Tester, denn seit 3 Jahren hat sie ihn, ihren Stern. Und so kann sie vergessen, dass sie und ihr Mann, der sich in der Zwischenzeit zum Sommelier ausbilden lies, am Anfang ein paar Jahre lang abends alleine in der guten Stube sassen, weil mit der Umwandlung der Schnitzelbude zur gehobenen Gastronomie sämtliche Stammgäste verloren hatten. Die haben sie in der Zwischenzeit wieder, und viele viele Gäste, die allein wegen Anna und ihrer einzigartigen Mischung aus traditioneller südtiroler Küche und eigenen Kreationen, für die sie sich von überall her inspirieren lasst. Besonders aber zu loben sind ihre mediterranen, und stets frischen Zutaten aus dem eigenen Kräutergarten, für die die Gäste von überall her nach Tisens reisen, um Frische und Leichtigkeit zu kosten. Denn ihre Devise lautet: "Die Verbesserung wächst aus der Leidenschaft und der Bemühung. Derjenige, der beides pflegt, der wird sicht stetig verbessern."
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