| Es gab eine Zeit, da wurden eigentlich überall Western gedreht", erzählt gut gelaunt der Heidelberger Filmhistoriker Johannes Bauer, dazu am Unescotag des visuellen Erbes, der am 27.Oktober stattgefunden hat. An diesem Tag öffneten alle Archive ihre Türen zu den alten schätzen, die sonst im Verborgenen schlummern. Im "Filmportal"fand Bauer im Frühjahr dieses Jahres ein absolute Rarität, durch Zufall, wie er verrät. Er schnuppert mit schöner Regelmäßigkeit auf dieser Seite, immer auf der Such nach etwas Neuem, Unbekannten, wobei es schwierig sein dürfte, gerade ihm etwas anzubieten, das er tatsächlich nicht kennt.
Filmhistoriker Johannes Bauer; Foto: © Günter Dürr Der "Feuerteufel" machte es dem überraschten Karlstorkinobetrieber zunächst auch nicht leicht, gibt es doch einen gleichnamigen Film von Luis Trencker von 1939, der mit dem Streifen aus dem Jahr 1919 außerdem Namen gar nichts gemeinsam hat. Letztlich hat er seinen Schatz dann doch gehoben, und so kommt es, dann am 25. November im Kino im Karlstorbahnhof eine einzigartige Premiere - nach beinahe neunzig Jahren - stattfindet. Der "Feuerteufel" ist noch nie einem Publikum vorgeführt worden, weil er seinerzeit wegen seiner Schießszenen als zu brutal und verroht angesehen wurde. Bauer erklärt, dass in den Zeiten des Stummfilms in erster Linie Frauen und Kinder ins Kino gingen, die es moralisch zu schützen galt. Der Film, 1919 in Heidelberg entstanden, erzählt eine krude Geschichte um zwei ungleiche Brüder, die es aus der Pfalz, mittels Rheinfähre und gutem Willen in die USA und letztlich auch wieder zurück geschafft haben,. "Ein Meldodram", lacht Bauer, " das eigentlich erst zum Schluß spannend wird, aber es ist ein absolutes Schmankerl!"
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