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Moderne Zeiten oder wie die Archäologie neueste Technologien benutztMit Trendscouts sind sie zwar nicht unterwegs, um ihre Wirkungsstätten zu ergraben, aber ultramoderne Leichtflugzeuge oder thermoluminiszente Instrumente beim Erforschen antiker Hinterlassenschaften der Gattung Mensch nehmen sie gerne hilfreich in Kauf, Hauptsache, es kann gebuddelt werden. Indiana Jones war noch nie ein Vorbild für einen seriösen Wissenschaftler - so gut aussehend wie die Hauptdarsteller der Filme sind sie meist auch nicht -, dafür braucht er viel Geduld und eine ganze Menge Phantasie. Denn, wie der Oberkonservator der Archäologischen Denkmalpflege, Professor Helmut Bernhard, eindrücklich erklärte:
“Der Archäologe ist ein Geschichtenerzähler!” Alle drei bis vier Jahre bedient das Amt in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Pfalz den Anspruch der Öffentlichkeit mit einer Art “Leistungsschau”, so Bernhard, und präsentiert die Arbeit der letzten Jahre. Die diesjährige Ausstellung wurde in zwei Hauptsträngen konzipiert, ein chronologischer und ein methodischer Teil sollen die Vorgehensweise der Forscher durchleuchten. Überraschendes kam zu Tage wie zum Beispiel eine römische Sonnenuhr, sehr selten diesseits der Alpen oder Korallenstückchen, die belegen, dass die Pfälzer schon in der Hallstattzeit die Erzeugnisse des Mittelmeerraumes zu schätzen wußten.
Nachbardisziplinen wie Geomagnetik, Geoelektrik und Georadar lassen Siedlungen, Gräberfelder und sogar Industrieanlagen aus den verschiedenen vorgeschichtlichen Epochen sichtbar werden, aus denen das Fundmaterial kommt, das dann mit Hilfe der Archäobotanik, der Dendrochronologie (Jahresringe der Bäume tragen bei Holz zur Datierung bei) und schließlich der Anthropologie ausgewertet werden kann. Wie ein bronzezeitlicher Feuerbock oder ein römischer Holzeimer konserviert und rekonstruiert werden können, wird anschaulich den Besuchern vorgeführt. Oder warum den Wissenschaftler ein kleiner Splitter eines Feuersteins wertvoller erscheint als ein ganzer Münzschatz erklären die Tafeln. Die Zeitreise in die Vergangenheit beginnt nach der Aufklärung über die Arbeitsweisen mit einem zahnbewehrten Kiefer aus der Altsteinzeit, führt über die ersten Ackerbauern hinein in die Jungsteinzeit, bezeugt den hohen Wert der Bestattungsriten der Bronzezeit, bedauert eine römische Maus, die in frischem Ziegel ihr Ende fand und zeigt die Gold-und Silberschätze mittelalterlicher Burgenkultur. Und wer nach dem aufschlussreichen Gang durch die Ausstellungsräume auf den Geschmack gekommen ist, die Pfalz ist reich an interessanten Entdeckungen, die bis heute benutzt werden, wie die noch deutlich erkennbare römische Straße in Ludwigshafen-Oggersheim, die heutige Rheinuferstrasse.
Viola Eigenbrodt
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