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“Der Winterkönig“Medienpräsenz hat der längst verblichene letzte Pfälzer Kurfürst Friedrich V zur Zeit gleich zweimal: durch eine Ausstellung im Kurfürstlichen Museum und durch die gerade erschienene Publikation Peter Bilhöfers. Verwunderlich ist dabei, dass der promovierte Historiker und anerkannte Winterkönigspezialist nicht einmal einen kleinen Beitrag für den Katalog schreiben durfte. Beschäftigt er sich schließlich schon seit 1989 mit dem Fürsten, den das Volk abfällig den "Winterkönig" nannte. 1596 in Heidelberg geboren und mit der englischen Prinzessin Elisabeth Stuart verheiratet, hatte er nach höheren Würden gestrebt und war für einen Winter 1619 König von Böhmen geworden, bevor man ihn ins Exil nach Holland vertrieb. Schlecht gelebt hat dort übrigens nicht.
Die Heidelberger Station der großen Friedrichpräsentation konzentriert sich auf die frühen Aspekte des Fürsten, der, um Museumsleiter Frieder Hepp zu zitieren, „ein Leben wie ein barockes Drama führte“. Das Besondere an der Ausstellung ist ihre Zweiteilung in eine kunsthistorische und eine archäologische Schau, von denen die eine das repräsentative und die anderer den Niedergang der Stadt durch die Belagerung der Tilly-Truppen im Jahr 1622 beschreibt. Finden wir in den Eingangsräumen monumentale Bilder zur Hochzeit des königlichen Paares, aber auch originale Schmähschriften auf den König, erzählen die Fundstücke aus der Kriegszeit eine andere Geschichte. Das Material stammt aus dem sog. „Tilly-Fund“ aus dem Heidelberger Stadtwald geborgen. Den guten Erhaltungszustand vieler Stücke, darunter nicht nur Keramik, sondern auch Waffen und Gewandapplikationen erklärt die Archäologin Dr. Renate Ludwig mit einer sekundären Quellennotiz, die von einem großen Unwetter erzählt, das genau zu dieser Zeit über Heidelberg niedergegangen sein soll. Der Schlamm hat also die Gegenstände konserviert, die sehr deutlich das bescheidene Leben der einfachen Soldaten dokumentiert.
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