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Der WKV in der Virtuellen Kulturregion SWO

"Heinrich von Kleist by Frank Stella"
21. September - 18. November 2001
Online-Preview

Der weltweit aktive amerikanische Maler Frank Stella arbeitet seit über 40 Jahren an einer Weiterentwicklung der abstrakten Malerei und erfindet kontinuierlich neue Bildobjekte. Seine jüngste Werkserie hat er dem deutschen Dichter Heinrich von Kleist (1777 - 1811) gewidmet. In den Kabinetten und im Kuppelsaal werden aus dieser zwischen 1998 und 2000 entstandenen umfangreichen Serie19 bemalte Aluminium-Reliefs sowohl im Miniatur- als auch Riesenformat, zudem drei Monumentalgemälde auf Leinwand und drei wandfüllende Collagen auf Papier gezeigt. Modelle für Monumentalskulpturen runden im Glastrakt die Ausstellung ab.

Zehn der ausgestellten Arbeiten beziehen sich allein auf Kleists Novelle "Die Verlobung in St.Domingo"(1811) und tragen ihr entnommene Sätze, Worte oder Personennamen als Titel. Diese packende Erzählung mit tragischem Ausgang steht erklärtermaßen im Mittelpunkt Stellas bildnerischer Bearbeitung der Werke Kleists, angefangen von den Erzählungen und Dramen über die journalistischen Arbeiten und Anekdoten bis hin zu den Briefen des Dichters an seine Verlobte. Es ist der Versuch, Impulse aus Kleists Erzählkunst aufzugreifen und in eine abstrakte Bildlichkeit zu übertragen. "Mich beeindrucken bei Kleist die ungeheureWucht der Sprache, das filmähnliche Tempo der Handlungen und das schwindelerregende Wechselspiel von Realität und Illusion", äußerte Stella in einem Interview. Gleichwohl bleiben in Stellas Reliefbildern die malerischen Farbformen und der von ihnen gebildete reale Bildraum, dessen barocke Fülle den Betrachter überwältigen will, völlig offen und nur auf sich selbst verweisende Malerei. Durch die Zusammenhang stiftenden Titel wird allerdings ein inhaltlicher Bezugsrahmen angeboten, den man mitlesen kann - aber nicht muß.

Frank Stella sprengt die Grenzen des Bildes: Brach er in den 60er Jahren das traditionelle Bildgeviert auf und paßte den Bildrand der inneren Struktur des Bildes an (shaped canvas), so brach er in den 70er Jahren die plane Bildoberfläche auf und ließ Teile seiner Bildobjekte erst reliefartig, in den 80er Jahren dann vollständig in den Raum hinaus vortreten. In den 90er Jahren übertrug er sein Konzept des räumlichen abstrakten Bildes auch auf Skulpturen und Architekturen. Durch die Jahre gelangte der Maler von einfachen Zusammenstellungen karger geometrischer Formen zu verwirrenden Verbindungen üppiger organischer Formen.

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