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Jürgen Klauke: aus Reiz Reaktionssystem, 2004/2006 125 x 171 cm Fotoprint © Jürgen Klauke / VG Bild-Kunst, Bonn 2010 Mit dem Surrealismus und Salvador Dalís "paranoisch-kritischer Methode" (in: Die Eroberung des Irrationalen, 1935) begann im 20. Jahrhundert das Zeitalter der künstlerischen Beschäftigung mit dem Paranoiden. Dem Psychoanalytiker Jacques Lacan zufolge scheitert die Wahrnehmungsstörung der Paranoia nicht an der klassischen Differenzierung zwischen Sein und Schein, zwischen Realität und Repräsentation, sondern ihr wird die Interpretation als Primat der Wahrnehmung zum Verhängnis: Was immer man wahrnimmt, es wird stets anders interpretiert, als es sich zeigt. Heute, im Zeitalter der ubiquitären Datenflüsse beeinflusst offensichtlich die Paranoia als Unterströmung alle psychischen und sozialen Prozesse. Die Denk- und Erlebnisweise der Gegenwart kann daher mit dem Buchtitel eines erfolgreichen Topmanagers der hegemonialen Informations- und Kommunikationstechnologie adäquat beschrieben werden: Only the Paranoid Survive (1996, verfasst von Andrew S. Grove, dem Mitbegründer der Computerfirma Intel und deren CEO bis 2004).
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