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Das ZKM Karlsruhe im Kunstportal Baden-Württemberg
Das Museum der zeitbasierten Künste Musik und Museum – Film und Museum
Eröffnung am Freitag, dem 08. September 2006, um 19 Uhr im ZKM_FoyerMusik im Ausstellungsraum Museum
Das ZKM hat sich daher entschlossen, Musik und Klangkunst nicht nur in temporären Ausstellungen zu präsentieren, was es schon von Anfang an getan hat, sondern auch in der Dauerpräsentation seiner Sammlung. Daher wird das ZKM – beginnend mit dem 21. Juli 2006 – in seinem Medienmuseum kontinuierlich der Musik einige Räume einrichten. Die Musik wird im Medienmuseum zu einem gleichrangigen Medium wie alle anderen dort ausgestellten Medien. Diese Gleichwertigkeit der Medien in der Dauerausstellung spiegelt den postmedialen Zustand unserer Welt, wo die Medien nicht mehr nur auf die Realität referieren, sondern vor allem Referenzsysteme für andere Medien sind und sich als solche wechselseitig aufeinander beziehen. Wenn Sie so wollen, finden Sie im ZKM das erste Musikmuseum im Rahmen eines Kunstmuseums. Bei dieser Musikpräsentation zentriert sich die Auswahl klarerweise auf jene Musik, die unter technischen Bedingungen produziert und reproduziert wird, also auf Musik mit, von und für Tonband, Computer etc. In Kooperation mit dem Experimentalstudio für akustische Kunst e.V. Freiburg wird das ZKM Ausschnitte aus Luigi Nonos epochalem Spätwerk auch visuell permanent präsentieren.
Ab September widmet sich das ZKM dem Werk des bahnbrechenden Komponisten/Architekten Iannis Xenakis. Die Bayerische Architektenkammer hat von dem von Xenakis konzipierten Philips-Pavillon für die Weltausstellung 1958 in Brüssel ein Modell anfertigen lassen, das im Zentrum ihrer Ausstellung »Iannis Xenakis – Architektur und Musik« steht. Das ZKM präsentiert sie vom 09.09. bis 15.10.06 in der neuen Musikabteilung des Medienmuseums. Edgard Varèse komponierte sein »Poème électronique« für diesen Pavillon. Eine von der TU Berlin konzipierte akustische Simulation wird die damals innovativen Klangmöglichkeiten hörbar machen.
Die Gründung des Musikarchivs IDEAMA (Internationales digitales elektroakustisches Musikarchiv) 1990 war eine der wichtigsten Handlungen des ersten Leiters des ZKM | Institut für Musik und Akustik (IMA), Johannes Goebel. IDEAMA entstand als Gemeinschaftsprojekt mit dem renommierten Center for Computer Research in Music and Acoustics (CCRMA) der Stanford University, wo Goebel vor seiner Berufung nach Karlsruhe mit Max Mathews und Patte Wood zusammenarbeitete. Das Gründungstrio wollte nichts weniger als die weltweit wichtigsten frühen Werke der elektroakustischen Musik vor dem Verfall bewahren, sammeln, erschließen, digitalisieren und – gemäß der Satzung des ZKM – der Öffentlichkeit zugänglich machen. Goebel, Mathews und Wood beriefen zwei kontinentale Auswahlgremien, wissenschaftliche Konferenzen wurden durchgeführt, um die Selektionsregeln zu diskutieren. Das ZKM-Gremium stellte die Liste der aufzubewahrenden Werke für Europa zusammen, das Mitte der 1990er Jahre das Projekt verlassende CCRMA-Gremium die Liste für Amerika, Kanada und Asien. Von 708 anvisierten Werken aus dem Zeitraum von 1929 (Walther Ruttmanns Hörstück »Weekend«) bis zum Jahr 1970 (Alvin Lucier »I am sitting in a room«) konnten im Laufe der Jahre 569 Werke tatsächlich aufgefunden, nach Klärung der rechtlichen Fragen digitalisiert und mit etwa 100 Stunden Musik zur weltweit wohl umfassendsten Datenbank für elektroakustische Musik zusammengeführt werden. IDEAMA ist mit eigenem Abspielraum das Herz und die Basis der neuen Musiklinie im Medienmuseum. Der Hörer hat die Möglichkeit, als emanzipierter Konsument mit Hilfe avanciertester Schnittstellentechnologien, sich ein Musikprogramm zusammenzustellen, wie er es im Zeitalter von MP3, portablen Musikgeräten etc., gewöhnt ist. Auch die eigenständige Richtung der Klangkunst wird, beginnend mit einer Arbeit von Bernhard Leitner, sukzessive präsentiert.
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